Andreas „Bär“ Läsker: „Es ist Wahnsinn, wie schlecht sich manche Veganer ernähren.“

© Charalambos Triantafillidis, TRIAS Verlag (3)

 

Fotocredit: Charalambos Triantafillidis, TRIAS Verlag (3)

 

Die Fantastischen Vier, Fury in the Slaughterhouse, Prinzen, Phrasenmäher, DSDS … Bär Läsker managt, juriert und fotografiert. Doch er kocht auch und das pflanzlich, wie er in seinem ersten Buch beweist.

 

Als „ausreichend beschäftigt“ beschreibt sich „Bär“ Läsker, der keinesfalls „Andi“ genannt werden will (nur, falls notwendig, auch mal Andreas), an diesem Vormittag. Eine große Promo-Aktion für die Fantastischen Vier läuft gerade, deren nächste Tour steht vor der Tür. Hinzu kommen eine Ausstellung mit Bärs eigenen Fotografien und die vielen anderen Bands, die er managt. Und der Interview-Marathon für sein Buch „No Need For Meat“ hat noch nicht mal begonnen. Dennoch klingt er sehr entspannt.

 

Bär, das erste Mal, als ich von dir gehört habe, war tatsächlich in dem Lied „Dicker Pulli“ von den Fantastischen Vier. Hast du immer noch ‘nen dicken Pulli an?

Ich habe zwar seit damals ungefähr 60 Kilo weniger, aber ja, das dicke Fell, das damit, glaube ich, gemeint ist, habe ich immer noch und das braucht man auch in dieser Branche. Genauso wie man es im Leben braucht.

 

Du bist also wie so viele andere auch ein Beispiel dafür, dass man als Veganer nicht automatisch ein Weichei oder ein Strich in der Landschaft sein muss.

Ich weiß auch nicht, was vegan mit Weichei zu tun haben soll. Aber wenn du meinst, dass das Klischee des aschfahlen, transparenthäutigen, krank aussehenden Veganers bei mir nicht zutrifft, dann hast du Recht. (lacht)

 

Irgendwann kamen die Fantas in deinen Plattenladen, drücken dir ihr Tape in die Hand und damit hat sich auch dein Leben verändert. Du hast dir das Band-Logo auf den Arm tätowieren lassen. Du verbindest also gerade mit ihnen sehr viel?

Ja, natürlich. Ich bin 51 Jahre alt und habe mehr als 25 Jahre lang die Fantastischen Vier gemanagt. Die Hälfte meines Lebens bin ich dieser Band verhaftet. Das ist eine unheimliche Bindung mit Erlebnissen, die in alle möglichen Richtungen gehen. Da passiert einiges und man lernt auch interdisziplinär sehr viel.

 

Zum Beispiel?

Etwa, wie man Marketing macht, wie man Musiker oder Musik handhaben muss. Man lernt, mit Film und Kunst im weitesten Sinne umzugehen. In meinem persönlichen Fall kommt noch der Umgang mit der Kamera und seit ein paar Jahren eben auch intensiv der mit Ernährung und den damit verbundenen Chancen und Möglichkeiten dazu.

 

Aber gekocht hast du doch wohl schon immer gerne? Vor allem, weil das deine Mutter nicht so gerne und gut gemacht hat …

Ja, gekocht habe ich schon gerne. Aber mich so richtig mit Ernährung zu beschäftigen, das kam erst später: Ende der 90er. Da habe ich dann angefangen, recht viel aus Büchern

nachzukochen, öfters mal gefastet und auch schon vor dem Vegetarismus 50 Kilo abgenommen. Der Rest kam dann mit der rein pflanzlichen Ernährung. Und die letzten zehn Kilo, die kommen auch noch weg.

 

Du schreibst in deinem Buch, dass Thomas D der „Urvater“ deines schlechten Gewissens war.

Wenn du ‘nen Veganer in der Band hast, mit ihm jeden Tag telefonierst und er dir das immer wieder vorlebt, dann – muss ich ehrlich sagen – ärgert es mich fast, nicht schon früher auf ihn gehört zu haben. Ich weiß mittlerweile, wie gut mir das tut.

 

Aber es kommt nicht so rüber, als hätte er großartig aktiv darauf Einfluss genommen.

Nee, Thomas ist auch kein klassischer Aktivist. Was Tierrechte angeht, ist er eher mal an die Öffentlichkeit gegangen und mal ein bisschen lauter geworden. Aber er ist eben einer, der das lebt. Auf eine populäre Art und Weise, aber keine laute. Ich bin da ein bisschen lauter. (…)

 

Den ganzen Artikel gibt’s ab Seite 14 in der Februar/März-Ausgabe 2015, die Sie hier bestellen können. Alle Hefte schicken wir Ihnen portofrei zu.