Bedenklich: Mineralöl in „Kinder Riegel“

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Die Organisation Foodwatch schlägt Alarm: Im „Kinder Riegel“ von Ferrero wurden Mineralöle gefunden – weit übers Limit, so die Verbraucherschützer. Auch andere Schokolade ist betroffen.

In letzter Zeit mehren sich die Meldungen: Öko-Test warnte vor Mineralölen in Fleischersatzprodukten, im vergangenen März informierte Foodwatch über hohe Mineralölwerte in Schokoladen-Osterhasen – und nun sind es beliebte Produkte wie Ferreros „Kinder Riegel“, Lindts „Fioretto Nougat Minis“ und Rübezahls „Sun Rice Classic Schoko Happen“ (erhältlich in Aldi-Filialen), die stark mit Mineralölen belastet sind. 20 Snacks und Süßigkeiten wurden diesmal zur Überprüfung von der Verbraucherschutz-Organisation ins Labor geschickt. Zwar war das Ergebnis besser als durch die wiederholt alarmierend ausfallenden Tests der vergangenen Monate befürchtet: 12 der Proben wiesen nur geringe oder gar keine Spuren von aromatischen Mineralölen (MOAH) und gesättigten Mineralölen (MOSH) auf. Doch bei den Funden spricht Foodwatch von „erheblichen Verunreinigungen“.

Den Verkauf des „Kinder Riegels“ sofort stoppen, fordern deswegen die Verbraucherschützer vehement.

So stecken im „Kinder Riegel“ nicht nur Milch und Schokolade, sondern auch 6,8 Milligramm MOSH und 1,2 Milligramm MOAH je Kilogramm. Das scheint zunächst nicht viel – doch bereits 5 Milligramm pro Kilo sind laut Foodwatch als gesundheitlich bedenklich anzusehen. Umso erschreckender waren so die im März entdeckten Werte bei Schoko-Osterhasen, die bis zu mehr als 20 Milligramm MOSH pro Kilo enthielten.

Die Hersteller reagieren auf die Forderung, sich endlich um die erhöhten Mineralölwerte zu kümmern, bislang zögerlich, sehr entspannt – oder auch gar nicht. Gedeckt werden sie dabei von der rechtlichen Lage in Deutschland, die keine Grenzwerte für MOSH- und MOAH-Konzentrationen in Lebensmitteln festgelegt hat. Immerhin gibt es mittlerweile einen Entwurf zu einer Mineralölverordnung: Laut dieser sollen Grenzwerte verbindlich definiert werden – zumindest, was die Verpackungen von Lebensmitteln anbelangt.

Woher stammen die Mineralöle in den Produkten?

Denn Verpackungen stehen vor allem unter Verdacht, wie die Mineralöle in die Chips, Snacks und Schokoladen, aber auch, wie kürzlich entdeckt, in Tofuwürste und Veggie-Wiener kommen.Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zieht insbesondere wiederverwertete Kartons, hergestellt aus bedrucktem Altpapier, in die Verantwortung. Aber auch andere Kontakte auf den Transportwegen, z.B. in den Schiffscontainern, Jutesäcken oder einfach öligen Produktionsmaschinen, kommen für die Kontamination in Frage.

Warum sind Mineralöle bedenklich?

Angesichts der Mineralöl-Funde lautet die Frage: Was heißt das für die Verbraucher? Wissenschaftliche Studien verdeutlichen, wie schnell Mineralöle aus Lebensmitteln aufgenommen werden und sich im Körper ablagern: z.B. im Fettgewebe und in verschiedenen Organen. Als Folgen hinsichtlich MOAH werden vermutet: eine krebserregende Wirkung und eine Beeinträchtigung des menschlichen Erbguts. Und hinsichtlich der MOSH: Organschäden, z.B. an Leber, Herzklappen oder Lymphknoten. Vor allem bei Kindern warnt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vor Langzeit- und Folgeschäden. Deswegen lautet der Ratschlag des Bundesinstituts für Risikobewertung: Der Übergang von Mineralölen auf Lebensmittel, z.B. aus den Verpackungen, sollte dringend minimiert werden.

Die Verantwortung dafür liegt bei den Herstellern.