Jamie Lee: »Salat? Mag ich gar nicht!«

Jamie Lee
Fotocredit: Michael_Zargarinejad / Universal_Music

Grandiose Stimme, auffälliger Look, natürliche Art – im Verlauf der letzten Monate hat Jamie Lee Kriewitz die Herzen deutscher Pop-Liebhaber im Sturm erobert. Wir sprachen mit der Veganerin über Tierschutz, Schokolade und weinende Fans …

Mit elf wollte sie Bestatterin werden, mit 17 gewann sie die ProSieben/Sat.1-Castingshow „The Voice“, mit 18 landete sie quietschbunt geschmückt auf einer großen Showbühne in Stockholm und … Tja, das wussten wir zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses leider noch nicht, denn unser Interview fand noch vor dem 61. Eurovision Song Contest statt. Doch egal, ob die Boulevardmedien in diesen Tagen nun ein weiteres deutsches „Fräuleinwunder“ feiern oder ein erneutes Punkte-Desaster beklagen – Jamie Lee sollte man im Auge behalten.(Ihren Nachnamen Kriewitz hat sie den internationalen Kommentator*innen zuliebe abgelegt.) Denn sie ist so viel mehr als eine „zweite Lena“, mit der sie – da ebenfalls jung, hübsch, dunkelhaarig, Hannoveranerin – stets verglichen wird. Der Name der Eurovision-Siegerin von 2010 wird im Interview jedenfalls nicht fallen, das habe ich mir fest vorgenommen.

Lass uns über deinen kuriosen Berufswunsch als Kind sprechen, von dem ich gehört habe – Bestatterin, wie kamst du darauf?
Ich weiß nicht … Irgendwie fand ich den Gedanken cool – und er gefällt mir immer noch. Es ist doch eine ehrenvolle Aufgabe, wenn man jemanden anvertraut bekommt, um ihn auf den letzten Abschied vorzubereiten. Ich könnte mir eine solche Arbeit immer noch vorstellen. Momentan würde ich allerdings wohl eher Abi machen und Koreanistik studieren, wenn es mit der Musik nicht weiterginge.

Kein gewöhnlicher Studiengang! Deine Begeisterung für Südkorea zeigst du durch deinen außergewöhnlichen, farbenfrohen Kleidungsstil, für den du unter anderem berühmt bist. Dabei warst du noch nie in dem Land, oder?
Nein, tatsächlich nicht. Aber ich hoffe, dass ich irgendwann die Gelegenheit bekomme, zumindest einige Wochen dort zu verbringen. Schon allein wegen der Musik. Seit ich vor ein paar Jahren auf K-Pop (koreanische Popmusik, d. Red.) gestoßen bin, höre ich fast nichts anderes mehr.

Es heißt, du träumst selbst davon, ein K-Pop-Star zu werden …
Klar, das wäre cool. Aber jetzt konzentriere ich mich erst mal auf Deutschland und vielleicht Europa. Eins nach dem anderen …

Der von japanischen Mangas inspirierte Modestil Decora Kei, in dem du dich kleidest, hat ja das Ziel, dich als Trägerin möglichst niedlich wirken zu lassen. Niedliche junge Frauen werden aber häufig nicht ernst genommen. Macht dir das keine Sorgen?
Ach, wer mich kennt, weiß, dass ich keine bin, die zu allem Ja und Amen sagt. (lacht) Es kommt sicher ein bisschen darauf an, warum man etwas macht. Ich verkleide mich ja nicht, ich bin wirklich so, und darum wirkt das auch authentisch, hoffe ich. Bislang habe ich jedenfalls immer genügend Respekt bekommen.

Du wirkst grundsätzlich recht unbekümmert, obwohl das Pop-Business ja als eine Art Haifischbecken gilt. Hast du dich von deinen „The Voice“-Coaches, den Fanta-Vier-Rappern Smudo und Michi, beraten lassen, was Interviews usw. angeht?
Klar, ich frage sie auch heute noch um Rat, wenn ich unsicher bin – oder wenn ich mich darüber aufrege, dass jemand etwas geschrieben hat, das ich so nie gesagt habe. Dann beruhigen sie mich – „Hey, das ist Gossip und morgen vergessen …“ Bei „The Voice“ gab es außerdem Briefings, in denen wir gelernt haben, was in Interviews gut ankommt und was weniger. Das war hilfreich, aber unterm Strich versuche ich dennoch, ich selbst zu bleiben und mich nicht zu verstellen.

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Das komplette Interview gibt es ab Seite 14 in der Juni/Juli-Ausgabe 2016, die Sie hier bestellen können. Alle Hefte schicken wir Ihnen portofrei zu.