Liebenswert und skurril: die Welt der Tiere

7 tierische Funfacts

Hohe Verwandlungskunst, Kopflosigkeit und große Gefühle – im Reich der Tiere geht es bunt und wild zur Sache. Sieben tierische Funfacts zum Schmunzeln und Dazulernen …

1. Der wohl traurigste Hai der Welt

Wenn du glaubst, dein Tag könnte nicht schlechter laufen, dann denke an den Grönlandhai. Denn der hätte allen Grund, sich über sein ca. 200-jähriges Leben zu beschweren. Im eiskalten, arktischen Gewässer fristet der langsamste Fisch der Welt in ca. 2.000 Metern Tiefe ein einsames Dasein und ernährt sich dort unter anderem von herabsinkendem Aas. Als ob das noch nicht genug wäre, werden die Augen des schläfrigen Hais von einem Parasiten befallen, was zu seiner Erblindung führt. Kopf hoch, lieber Grönlandhai – dank uns wirst du nun immerhin berühmt.

2. Die Transauster

Der Auster kommt es gar nicht in den Sinn, sich mit nur einem Geschlecht zu begnügen. Mal lebt sie ihre männliche Seite aus und mal ist sie ganz die Dame. Tatsächlich ist die Muschel ein sogenannter Hermaphrodit und wechselt deshalb mehrmals in ihrem Leben das Geschlecht. Diese Veränderung trifft die Auster allerdings nicht nach Lust und Laune, vielmehr steht sie in engem Zusammenhang mit Umwelteinflüssen wie Temperaturschwankungen oder einem ausreichenden bzw. mangelnden Angebot an Plankton.

3. Der blaublütige und vielherzige Kraken

Als hätte der Krake nicht bereits ausreichend Arme, so ist er auch noch mit mehreren Herzen ausgestattet. Neben dem Zentralherz sorgen noch zwei weitere Kiemenherzen dafür, dass verliebte Kraken Dreifach-Herzklopfen haben. Schmetterlinge im Bauch haben die Kopffüßer zwar keine, dafür aber neun Gehirne, und obschon sie meistens nicht adelig sind, jede Menge blaues Blut. Das liegt daran, dass bei Kraken, anders als bei Menschen oder Säugetieren, das blaue Pigment Hämocyanin als Sauerstofftransmitter genutzt wird.

4. Des Bibers unzähmbare Zähne

Brechende Dämme, umstürzende Bäume und Holz-Chaos in Ufernähe. Der Biber kann ganz schön viel Schaden anrichten und ist deshalb bei so manchem Menschen gar nicht gerne gesehen. Das Schlimme daran: Er kann nicht einmal etwas dafür, denn der Nager muss, quasi um zu überleben, kauen, nagen und schaben was das Zeug hält. Die Schneidezähne des Bibers wachsen nämlich permanent nach und müssen immer wieder abgeschliffen werden. Wäre der Biber nicht so emsig, so würden seine Nagezähne bis in das Hirn hineinwachsen und dem kleinen Kerl schließlich den Garaus machen.

5. Tierische Regenbogenliebe

Homo- und Bisexualität ist im Tierreich genauso verbreitet wie bei uns Menschen. Vor allem Herdentiere wählen oftmals einen gleichgeschlechtlichen Sexualpartner. Bei Delphinen verhält es sich beispielsweise so, dass eine Liaison zwischen Männchen und Weibchen einem One-Night-Stand gleichkommt, während die sexuelle Verbundenheit zwischen homosexuellen Delphinen über mehrere Jahre hinweg dauern kann. Am auffälligsten ist die gleichgeschlechtliche Liebe allerdings unter Giraffen, die bei der Geschlechterauswahl meist das eigene bevorzugen. Schön, wie offen es in der Tierwelt zugeht!

6. Die Fernbeziehung des Wanderalbatrosses

Der Wanderalbatros ist eine treue Seele: Wenn er seine große Liebe gefunden hat, dann lässt er sie auch nicht mehr los, bleibt ihr ein Leben lang treu und gründet eine kleine Albatros-Familie. Da die Suche nach der passenden Nahrung allerdings eine sehr aufwendige ist, ist ein Elternteil meist über lange Zeit unterwegs, während sich der andere um den Nachwuchs kümmert. Wenn dieser groß genug ist, trennen sich die Albatrosse und führen quasi eine Fernbeziehung, bis sie sich zur nächsten Brut wieder treffen. Nach einem ausgiebigen Begrüßungsritual sind die Liebenden dann wieder miteinander vereint.

7. Die untote Kakerlake

Zwei lange Fühler kennzeichnen das Köpfchen der Kakerlake. Man möchte meinen, nur dort säße das Gehirn, ohne das das kleine Krabbeltier wohl aufgeschmissen wäre. Aber weit gefehlt: In jedem einzelnen Körpersegment befindet sich ein weiteres Gehirn (Ganglienpaar), das dazu verhilft, dass auch eine kopflose Kakerlake weiterleben und sich sogar paaren kann. Schade nur, dass dem Tier dann der am Kopf ansässige Mund fehlt, es somit keine Nahrung zu sich nehmen kann und nach ca. sechs bis neun Tagen verhungert. Solange der Mund noch an Ort und Stelle ist, mag es die Kakerlake übrigens ungesund: Haarspray gehört zu ihrer Leibspeise, Gurken hingegen verabscheut sie.