Penny wider die Norm

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Krumme Geschäfte können was richtig Gutes haben: Discounter Penny setzt ab 25. April 2016 ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung und verkauft auch krummes, fleckiges oder verwachsenes Obst und Gemüse.

Verbogene Gurken und andere künstlerischen Launen der Natur werden vom deutschen Handel zumeist radikal aussortiert. Gerade für die Bio-Landwirtschaft war dieses Nein zur Unförmigkeit, also zur Natürlichkeit bei Naturprodukten ein Paradox.

Deswegen setzt sich nun Penny-Chef Jan Kunath mit der Aufnahme von „nicht normgerechtem“ Obst und Gemüse ins Sortiment dafür ein, dass Bio-Landwirte jenes in Zukunft nicht mehr unter Wert in die industrielle Weiterverarbeitung geben müssen. Penny, Teil der Rewe-Group, folgt damit einer allgemeinen Tendenz von Großanbietern und anderen Handelsketten wie Netto und Edeka, die optische Normierung von Obst und Gemüse aufzuweichen. In den letzten Jahren kam das vermeintlich „hässliche“ Gemüse zumeist in zeitlich begrenzten Aktionen ins konventionelle Supermarkt-Sortiment. Im Biohandel ist der Verzicht auf Schönheitsnormen wie „gerade Gurke“ und „einbeinige Karotte“ ohnehin gang und gäbe.

Verbilligt gibt es die krummen Früchtchen und fleckigen Gemüse bei Penny übrigens aber nicht: Sie werden als „Bio-Helden“ vermarktet und gemeinsam mit den „normgerechten“ Produkten verkauft. Die Begründung leuchtet ein: Qualitativ und im Geschmack gebe es gegen sie schließlich keine Einwände.

Dass so die industriell festgelegten Schönheitsideale außer Acht gelassen werden, loben auch Verbraucherschützer. Und Biobauern, die Penny beliefern, freuen sich ohnehin, dass der ökologische Landbau ohne das massenhafte Aussortieren rentabler wird.