Südstaatenküche mal anders

Marshall

Foto: Ron Reiring

Barbecue, Steak, Texmex-Burger – das kulinarische Texas steht für Fleisch satt. Dass es auch anders geht, beweist seit einigen Jahren das Städtchen Marshall, eine Vorreiter-City in Sachen veganer Lebensstil.

Kreative vegane Optionen in den Restaurants, Gesundheitskampagnen, einflussreiche Persönlichkeiten, die sich für pflanzliche Kost stark machen – Marshall hat vieles, was man von einer texanischen Kleinstadt nicht erwarten würde. „Schuld“ daran ist Ed Smith III, der sich derzeit in seiner fünften Amtsperiode befindet und 2008 tierische Produkte von seiner Speisekarte gestrichen hat. Zum Umdenken kam es durch die Diagnose Prostatakrebs. Smith stellte seine Ernährung um, was seine Genesung, davon ist er überzeugt, massiv unterstützte.

Um auch anderen die gesundheitlichen Vorteile seines Lebensstils näherzubringen, rief er 2011 gemeinsam mit seiner Frau Amanda einen Event ins Leben, der aufgrund des großen Erfolgs zum jährlichen Festival mutierte – das New You Health Fest, bei dem Interessierte mehr über vegane Ernährung erfahren können.

Das Engagement des Bürgermeister-Paares sprach sich herum, weit über Marshalls Grenzen hinaus. So erschien kürzlich die Dokumentation „The Marshall Plan“ der Schweizer Filmemacher*innen Caroline Hoffman und Roland Boeni, die die Geschichte der Smiths und ihrer Stadt erzählt.

Lieber als von „veganem“ Essen spricht man in Marshall übrigens von „plant-based, whole foods“, Vollwertküche auf pflanzlicher Basis, da das Wort „vegan“ in den Ohren vieler immer noch zu sehr nach Verzicht klingt und die Bewohner lieber betonen wollen, wie vielfältig, reich und lecker die Küche abseits von XXL-Steaks sein kann. Gut, dass sich das rumspricht! 🙂