Vegan in der WG: Wie gut funktioniert das?

Vegan in der WG_Louisa Schmid

 

Name: Louisa Schmid
Wohnort: Potsdam
Vegane WG: Ja
Mitbewohnerinnen: 2 (Raya und Verena)
Alter: zwischen 25 und 28 Jahren
Quadratmeter: ca. 90

Wie kam eure WG zustande?
Verena und ich sind fürs Studium letztes Jahr vom Süden in den Osten gezogen. Wir
haben erst mal beide zur Zwischenmiete in Berlin und Potsdam gewohnt, bis wir Raya, eine Kommilitonin, gefragt haben, ob sie von einer freien Wohnung weiß. Und siehe da, in ihrem Haus wurde unter ihrer WG gerade eine Wohnung frei. So sind erst einmal Verena und ich unten eingezogen, hatten am Anfang zwei andere Mitbewohnerinnen, bis die zweite dann auch ausgezogen ist. Raya ist dann kurzerhand vom zweiten Stockwerk eine Etage tiefer, zu uns, eingezogen, da zwischenmenschlich alles wunderbar gepasst hat!

Erst Fleisch brutzeln, dann Tofu anbraten: Ist das für dich in Ordnung?
Ich habe schon in vielen WGs gewohnt, meistens mit Menschen, die nicht vegan oder vegetarisch gegessen haben. Da haben wir alle das gleiche Geschirr benutzt, also wurde schon auch Fleisch in der Pfanne gebraten, in der ich mein Essen zubereitet habe. Natürlich immer nur, wenn sie davor gespült wurde. Aber um ehrlich zu sein, habe ich die Tatsache,
dass die Pfanne auch für Fleischgerichte genutzt wird, meistens ein bisschen verdrängt. So, wie es jetzt ist, finde ich es optimal. Da schmeckt es einfach besser, wenn man weiß, dass davor kein Tier gebrutzelt wurde, sondern nur Gemüse.

Wie viel Geld gebt ihr im Monat für Essen aus?
Ich schätze, dass jeder um die 150-200 € für Essen ausgibt. Und da wir fast alles
teilen, gibt es immer viele Leckereien. Beim Essen sparen wir alle nicht groß-
artig, da uns auch die Qualität wichtig ist. Es gibt also viel bio – könnte aber
noch mehr sein!

Kocht ihr zusammen?
Ja, sehr gerne! Verenas und meine Spezialität ist unser „Strudel allerlei“. Einfach
Blätterteig auf ein Blech, ganz viel Gemüse drauf, Blätterteig drüber und fertig. Oft
kocht aber eine für alle. Mit dem Brotbacken wechseln wir uns regelmäßig ab. An
freien Nachmittagen kann es aber auch vorkommen, dass wir hauptsächlich in der
Küche abhängen und schnabulieren. Da toben wir uns gern mal aus: Nicecream,
Hummus, Guacamole, Brotaufstriche … Wir lieben es zu kochen, aber vor allem
zu essen! 😉

Habt ihr euch schon mal in puncto veganer Lebensstil gestritten?
Gestritten? Nein, denn es war von Anfang an klar, dass wir bei der Ernährung und Lebensweise auf einem Nenner sind. Höchstens mal um das letzte Stück Kuchen … 🙂

Habt ihr Haustiere?
Leider nicht, dafür haben wir leider keine Zeit!

Hast du schon mal negative Erfahrungen in einer gemischten WG gemacht?
Ja, ein paar Momente gab es schon, wo ich einfach sehr deutlich gemerkt habe, dass
die Konstellation nicht passt. Ein Mitbewohner meinte, um vier Uhr morgens mit offener Küchentür fünf Steaks anbraten zu müssen. Davon bin ich dann unsanft aus dem Schlaf gerissen worden. Ein anderer, auch in der gleichen WG, tat das gleiche um acht Uhr morgens. Auch unschön, so aufzuwachen!

Dein*e Horror-Mitbewohner*in?
Das wäre für mich eine Person, die keine Rücksicht auf die anderen nimmt. Sei es beim Putzen, Essen oder laut Musik hören, wenn die anderen schlafen wollen. Einmal habe ich mit so jemandem zusammen gewohnt. Er hat den anderen alles weggegessen, sich überall breit gemacht und nur genommen, nichts für die anderen getan. So was muss nicht noch mal sein …

Dein*e Lieblingsmitbewohner*in?
Ganz einfach, Raya und Verena. Es passt zwischenmenschlich und deshalb fühlt es sich wirklich wie ein Zuhause an, nicht nur eine „Wohngemeinschaft“.

Wer ist die Unordentlichste von euch?
So richtig unordentlich sind wir alle nicht. Was aber auffällig ist, ist, wie ordentlich Raya ist. Sie räumt immer alles direkt auf, während Verena und ich eher etwas gemütlicher sind. Aber eine Grundordnung herrscht eigentlich immer. Wenn aber mal wieder keine Teekanne zu finden ist, kann es gut sein, dass man die bei Verena findet. 😉

Ein typischer WG-Sonntag?
So einen wirklich typischen Sonntag gibt es nicht, da wir auch oft übers Wochenende woanders sind. Was aber sehr, sehr schön ist, ist dass sich die WGs in unserem Haus oft zu einem ausgedehnten Frühstück treffen, das dann auch mal bis nachmittags gehen kann. Da haben wir einfach Glück, das Dach mit so vielen netten Menschen teilen zu dürfen!

Eure WG in fünf Worten?
Gemütlich, lustig, entspannt, rücksichtsvoll und gastfreundlich.