Vegane Sportler*innen in Topform

Foto: Adeline Heurich

Name: Patrick Wittstock
Alter: 40
Wohnort: Dessau
Hauptsportart: Moderater Kraftsport und Cardiotraining

Putenbrust, Eier, Quark: Die meisten Sportler*innen schwören auf tierische Proteine. Du nicht. Warum?
Ich habe vor vielen Jahren entschieden, dass ich nicht mit der Gewissensbelastung leben kann für das Leid und den Tod von Tieren verantwortlich zu sein und ernähre mich seitdem streng vegan, was natürlich jegliche Form von tierischem Protein direkt ausschließt. Aus meiner sportlichen Erfahrung ist das aber in keinster Weise von Nachteil.

Was ist deiner Meinung nach der Vorteil der veganen Ernährung gegenüber der nicht-veganen?
Abgesehen vom ethischen Aspekt scheine ich seit meiner Umstellung auf rein vegane Kost weniger für Erkältungskrankheiten anfällig und auch sportlich leistungsfähiger zu sein bzw. schneller zu regenerieren.

Was landet auf deinem Teller?
Ich versuche mich so ausgewogen und vielseitig zu ernähren wie es möglich ist, das heißt ich esse jeden Tag viel frisches Obst und Gemüse, gern auch Rohkost, Vollkornprodukte und Nüsse und natürlich viele Hülsenfrüchte um die Proteinzufuhr zu gewährleisten.

Wie oft trainierst du pro Woche? Machst du Sport, um besser auszusehen?
3 bis 4 Mal pro Woche schaffe ich gut neben der Arbeit als selbstständiger Grafiker und ich wechsle Ausdauertraining auf dem Fahrrad (gern im Wald) mit moderatem Kraftsport ab. Die Ausdauereinheiten liegen meist bei 50 Minuten und die Krafteinheiten bei 35 Minuten. Ich bin da allerdings nicht zu streng mit mir und experimentiere immer mal, um das Optimum aus der Zeit herauszuholen.
Natürlich spielt das Aussehen bei der sportlichen Betätigung eine große Rolle, allerdings wird der Gesundheitsaspekt mit zunehmendem Alter auch immer zentraler.

Was hältst du von „Cheat Days“?
Solange sie nicht in unkontrolliertes „Fressen“ ausarten sind sie sogar sehr wichtig. Ich versuche unter der Woche keinerlei verarbeitete Süßigkeiten zu essen, erlaube mir das aber am Wochenende. So ist es für mich sehr viel einfacher die größte Zeit diszipliniert zu sein.

Welche sportlichen Vorbilder hast du?
Konkrete Vorbilder habe ich keine. Aber ich habe eine recht große Sympathie für Silvester Stallone, auch wenn ich ihn nicht wirklich als Vorbild bezeichnen würde. Sein Ehrgeiz und seine sportliche Leistung sind allerdings durchaus bewundernswert.

Was machst du für deine mentale Fitness?
Das Ausdauertraining spielt hier eine große Rolle für mich. Dabei kann ich mich sehr gut zentrieren und zu mir selbst finden. Abgesehen davon lese ich sehr gerne und versuche so oft es der Alltag zulässt neue Dinge zu lernen und mich mit Aspekten zu beschäftigen, die außerhalb meines bisherigen Horizonts liegen.

Was fehlt dir noch auf dem Foodmarkt an veganen Sport-Produkten?
Da ich mehr und mehr von verarbeiteten Lebensmitteln Abstand nehme spielt der „Foodmarkt“ ernährungstechnisch für mich eher eine untergeordnete Rolle.

Wie reagieren deine Sport-Kolleg*innen auf deine Ernährung?
Die meisten respektieren meine Lebensweise total und im Grunde spielen eher Trainingsaspekt eine Rolle und nicht die Quelle des Proteins.

Welchen Tipp hast du für Couch-Potatos?
Sucht euch eine Sportart, die euch motiviert und euch Spaß macht! Sich zu etwas zu zwingen führt meist zum Scheitern. Und übernehmt euch nicht gleich zu Anfang! Auch das wirkt dem Ziel sich sportlich zu betätigen aus meiner Erfahrung eher entgegen. Lieber weniger Sport, dafür aber regelmäßig und auf Dauer. Der Hunger kommt ja bekanntlich beim Essen.