Warenkunde: Haselnuss

Friede, Freude, Fruchtbarkeit – ein gar märchenhafter Küchen-Star erfreut uns in diesen Tagen. Denn um die Haselnuss ranken sich allerlei mystische Legenden …

Friede, Freude, Fruchtbarkeit – ein gar märchenhafter Küchen-Star erfreut uns in diesen Tagen. Denn um die Haselnuss ranken sich allerlei mystische Legenden …

„Die Wangen sind mit Asche beschmutzt, aber der Schornsteinfeger ist es nicht …“ Kommt Ihnen dieser Rätsel-Beginn bekannt vor? Dann freuen Sie sich vielleicht auch schon auf das Jahresende, wenn in guter alter Weihnachtstradition der tschechische Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (1973) über die Bildschirme flimmert. Auf die Jagdszenen darin könnten wir zwar getrost verzichten, doch von der Liebesgeschichte zwischen dem Prinzen und der Titelheldin lassen wir uns auch heute noch gerne verzaubern. Zu ihrem Glück verhelfen den beiden die drei besagten Nüsse, in denen sich Verkleidungen für Aschenbrödel befinden. Schon in der Grimmschen Version, die dem Fernsehmärchen als lose Vorlage gedient hatte, spielte ein Haselnussbaum eine bedeutende Rolle – dieser wuchs auf dem Grab von Aschenputtels leiblicher Mutter und wurde von einem weißen Vöglein besucht, dass dem armen Mädchen Wünsche erfüllte.

Schon lange vor Erscheinen dieser Erzählungen hatten die Kügelchen den Ruf von Liebesfrüchten, wobei die alten Kelten dabei auch die körperliche Liebe im Sinn hatten. Die Hasel war bei ihnen der Göttin der Fruchtbarkeit geweiht, galt als Sinnbild der Wollust und des Lebens. Darüber hinaus aber auch der Weisheit, was uns als Kombi nur allzu gut gefällt. Und welchen klugen Damen sagt(e) man seit jeher nach, sowohl klug als auch verführerisch zu sein? Ganz recht, den Hexen. Tatsächlich stammt das Wort „Hexe“ etymologischen Vermutungen zufolge aus dem Westgermanischen und setzt sich aus den Begriffen „Hag“ für Hecke und „Zussa“ für Frau zusammen. Mit „Heckenfrauen“ haben wir es da also zu tun, was wiederum darauf zurückzuführen sein soll, dass der weit verbreitete Haselstrauch hochgeschätzt war und als Grenze zwischen der irdischen und der magischen Welt galt. Esoteriker*innen glauben bis heute, dass sich aus dem Holz dieser Pflanze besonders gut Zauberstäbe und Wünschelruten fertigen lassen.

Weitere Infos und Haselnuss-Rezepte (alle mit veganer Variante) gibt es ab Seite 36 in der Oktober/November-Ausgabe 2016, die ihr hier bestellen könnt. Alle Hefte schicken wir euch portofrei zu.