Warenkunde: Möhren

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(Fotocredit: Dorothea Jacob / pixelio.de)

 

Dass sie angeblich gut für die Augen sei, haben wohl die meisten schon gehört. Aber stimmt das überhaupt? Woher die orangefarbene Wurzel kommt, wie man sie am besten verwenden kann und wie sie auf den Körper wirkt …

Familie: Doldenblütler (Apiaceae)

Arten: Neben dem allseits bekannten Orange strahlt uns das Möhrchen auch noch in Gelb,Rot, (Schwarz-)Violett oder Weiß aus den Gemüseregalen entgegen. Je nach Sorte kann es lang und spitz, in Form eines Kegels oder Kreisels, zylindrisch oder mit stumpfem Ende sein.

Nährwert: Die knackige Karotte kommt mit sparsamen 26 Kilokalorien auf 100 Gramm recht mager daher. Umso mehr hat sie dafür an wertvollen Nährstoffen zu bieten und gleichzeitig den von allen Gemüsen höchsten Gehalt an Beta-Carotin – auch Provitamin A genannt. Durch einen etwas höheren Zuckergehalt schmeckt sie leicht süßlich.

Verwendung: Was für ein gesundes Allround-Talent: Als knackige Rohkost-Sticks oder im Salat eignet sich die süßlich schmeckende Karotte unbedingt. Gekocht oder gedünstet ist sie eine tolle Gemüsebeilage, die gerne auch mal die Hauptrolle übernehmen darf. Zudem ist sie aus vielen Eintöpfen und Suppen nicht mehr wegzudenken und Brot sowie Kuchen macht sie besonders saftig.

Einkauf: Da sie sich hervorragend lagern lässt, bekommen Sie die Rübe das ganze Jahr über. Ihre kräftige und fleckenlose Farbe ist ein erstes Frische-Indiz. Achten Sie bei Bund Möhren außerdem darauf, dass das Laub nicht welk ist. Wenn Sie die Karotte in die Hand nehmen, sollte sie sich fest und knackig anfühlen, beim leichten Biegen allerdings nicht sofort brechen. Ist sie oben grünlich, treibt sie bereits aus.

Lagerung: Am besten lagern Sie das Gemüse ungewaschen und ohne Laub, da es sonst schneller verdirbt. Generell halten sich die gröberen Waschmöhren länger als die zarteren Bundmöhren. Erstere lassen sich im Kühlschrank ungefähr vier Wochen aufbewahren. Zum Einfrieren sollten Sie die Wurzeln vorher schälen, waschen, blanchieren und klein schneiden.

Möhre, Karotte, Mohrrübe, Möhrchen, Rübe, Rübli … Die knackige Wurzel, in die wir gerne kräftig hineinbeißen, hat viele Namen. Dabei sind die ersten beiden in der Regel im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt. Als Möhre bezeichnet man sowohl die Pflanze selbst, als auch ihre Wurzel, als Karotte versteht man eigentlich nur eine zarte junge Wurzel einer kleinen, rundlichen Art. In Nord- und Ostdeutschland überwiegt erstere Bezeichnung, im Süden des Landes eher die zweite. Wie wir es auch nennen – das Wurzelgemüse ist bei den Deutschen überaus angesehen: Auf der Beliebtheitsskala steht es auf Rang zwei – direkt nach der Tomate. Innerhalb der Europäischen Union wird es deshalb auch am zweitmeisten produziert. Unter anderem Deutschland, aber auch Polen, Frankreich, Italien, das Vereinigte Königreich und die Niederlande sind die bedeutendsten Anbauländer in der EU. Schon früh begann sein Siegeszug. Doch wenn auch schon in der Antike von der Möhre die Rede war, so lässt sich erst für das zehnte Jahrhundert der erste Anbau im Iran nachweisen. Um auch unsere europäischen Geschmacksnerven zu beglücken, wanderte das Rübchen im zwölften Jahrhundert von dort Richtung Spanien und Italien.

Ob nun also knackig-roh, zart-gedünstet oder deftig-gekocht – wir möchten die farbschöne Wurzel heute nicht mehr missen. Und tatsächlich tun wir auch noch unserer Gesundheit etwas Gutes beim Knabbern und Schlemmen dieses Gemüses. Das enthaltene Beta-Carotin kann in unserem Dünndarm in Vitamin A umgewandelt werden, welches unter anderem wichtig für die Augen – genauer für das Hell-Dunkel-Sehen – ist. Auch für ein gesundes Knochenwachstum ist das Vitamin ein entscheidender Baustein. Gerade für Vegetarier und Veganer ist dies eine interessante Information; denn Vitamin A findet sich überwiegend in tierischen Produkten (Fisch, Leber, Milchprodukte und Eier). Da dieses aber für den menschlichen Körper essenziell ist, können Sie es durch den Verzehr carotinhaltiger Gemüse- und Obstsorten kompensieren. Ein kleiner Tipp: Da der Nährstoff fettlöslich ist, sollte immer etwas Butter oder Öl beim Möhren-Gericht dabei sein.

Und Sie tun sich gleich noch mehr Gutes: Das Wurzelgemüse verwöhnt Ihren Körper mit Vitamin C, Kalium und Eisen, fördert also mitunter Blut- und Zahnbildung (nicht umsonst ist die Karotte vor allem bei der Babynahrung ein beliebter Klassiker), stärkt das Immunsystem, wirkt harntreibend, schützt vor Kreislaufstörungen und Magenbeschwerden. Hinzu kommt ein hoher Gehalt von Pektin, welches im Magen und Darm aufquillt und Sättigung hervorruft.


Appetit bekommen? Möhren-Rezepte finden Sie in unserer 06/2014-Ausgabe.