Zucchini: Wuchernde Alleskönner

Familie: Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)

Arten: Länglich oder kugelig, groß oder klein, weiß, gelb, gestreift und grün in allen Schattierungen variiert die Zucchini ihr Aussehen: Es gibt eine große Menge an Arten, darunter solche mit so klingenden Namen wie „Bianco die Triest“, „Goldfinger“, „Tigerkreuz“, „Albarello di Sardana“, „Diamant“ oder „Kojac“.

Nährwert: So schlank, wie sie an-muten, so kalorienarm sind sie: Schlappe
19 Kilokalorien sind in 100 Gramm der Vitamin B1-gestärkten Pflanze enthalten. Folsäure, Kalium, Kalzium, Eisen, Vitamin A, Vitamin C und Magnesium stärken Immunsystem und Muskeln.

Verwendung: Roh, gekocht, gebraten – die Zucchini macht in jeder Zubereitungsart etwas her. Besonders im Schokoladenkuchen – saftiger geht es einfach nicht mehr!

Einkauf: Idealerweise landen die prallen Gurken-Doppelgänger nicht mit mehr als 30 Zentimeter Größe im Einkaufskorb, sonst sind die Samen bitter und das Gewächs holzig, vom zarten Genuss keine Spur mehr.

Lagerung: Durch ihren hohen Wassergehalt ist das Gemüse unmittelbar nach der Ernte nur ungefähr zehn Tage im Kühlschrank haltbar. Leider verzeiht die Zucchini das Einfrieren nicht, sie wird weich und matschig. Geraspelt oder als Püree ist sie aber für die Tiefkühltruhe geeignet. Besonders geschmackvoll wird die Kürbisschwester, wenn man sie in Scheiben geschnitten bei 50 Grad sechs Stunden lang bei geöffneter Backofentür dörrt.

Zucchini – das perfekte Gemüse für Hobby-Gärtner mit eher blassgrünem Daumen: Der Anbau der „kleinen Kürbisse“, wie ihr italienischer Name übersetzt lautet, erfordert nämlich kein allzu großes Geschick: Ein sonniger Platz und nährstoffreicher Boden genügen – und alsbald beginnen die Pflanzen zu wuchern wie verrückt. Schon nach fünf bis sechs Wochen lässt sich die erste Ernte einfahren, und manch einen freuen die fast schon unanständigen Ausmaße der Früchte, wenn man dem Wuchs freien Lauf lässt. Doch nicht zu früh freuen: Besonders imposante „Prügel“ sehen zwar witzig aus, sind aber durch holziges Fruchtfleisch und Bitterstoffe oft ungenießbar. Für feineren Geschmack ist dann doch ein wenig liebevolle Pflege erforderlich. Ein bisschen Dünger hier, regelmäßige Wasser-versorgung da – und am besten noch Mulch, um den Boden zu bedecken. Nichtsdestotrotz: Die Pflanzen sind anspruchslos, und bereits ein bis zwei von ihnen genügen, um über den Sommer bis in einen milden Herbst hinein eine vierköpfige Familie satt zu machen. Allerdings lebt das Gewächs auf recht großem „Wurzelfuß“ und benötigt im Schnitt bis zu zwei Quadratmeter Platz. Mit etwas weniger zufrieden sind die gelbfruchtige Sorte „Gold Rush“ sowie die kletternde „Temprano di Argelia“. Die lassen sich sogar in großen Kübeln anbauen, sodass auch gartenlose Balkonbesitzer in ihren Genuss kommen können. Doch Vorsicht: So ertragreich die Ernte auch ist, so sehr bringt sie manch einen fast um den Verstand – vor lauter Ein-wecken, Einlegen und Marinieren.

Mit den spanischen Seefahrern kamen die wucherfreudigen Mini-Kürbisse im 16. Jahrhundert von Mittelamerika nach Europa und hielten aufgrund ihrer vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten und dem problemlosen Anbau schnell Einzug in die Mittelmeerküche. In Italien sind sie schon seit Jahrhunderten ein Küchenhit, hierzulande begann ihr Siegeszug erst in den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Seit den 1980ern aber sind sie aus unseren Kochtöpfen nicht mehr wegzudenken. Warum sollte man auch auf den Alleskönner verzichten: Das gut verdauliche Gemüse ist püriert wunderbar als Babynahrung zu verwenden, Allergien sind fast ausgeschlossen. Darüber hinaus ist an der Zucchini fast alles verwendbar – selbst die Blätter munden, wenn sie zusammengerollt wie Spinat zubereitet werden. Die Früchte selbst schmecken z.B. roh im Salat, gekocht in der Nudelsauce, gebraten als Beilage, eingelegt als Snack oder überbacken als Gratin. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Als besondere Delikatesse gelten die leuchtend gelben Blüten, die sich wunderbar als essbare Deko eignen oder köstlich füllen lassen, z.B. mit Kartoffeln und Mandeln. Auch in Tempura- oder Bierteig ausgebacken sind sie ein wahrer Genuss! Die Zucchinipflanze ist „einhäusig“, also männlich und weiblich zugleich, nur eben jene Blüten sind verschiedenen Geschlechts. Essbar sind beide, aus den weiblichen wachsen allerdings neue Früchte. Wer also seine Ernte nicht schmälern will, verwendet in der Küche nur die männlichen Blüten und lässt die Weibchen fleißig Babys kriegen, auf dass es im Gemüsebeet weiterhin fröhlich
wuchert …